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Erster Jahresbericht von IWPS-Palästina August 2002 - August 2003ZusammenfassungDas erste Projektjahr hat zur erfolgreichen Einrichtung des Internationalen Frauen-Friedensdienstes IWPS in Hares, Salfit/Westbank , geführt. Eine permanente Präsenz von internationalen Frauen konnte trotz Einreiseverweigerung für drei Friedensaktivistinnen gewährleistet werden. Teammitglieder, ergänzt mit Volontärinnen, standen der lokalen Bevölkerung als Service zur Verfügung, um als internationale Augenzeugen an Straßensperren und Checkpoints, und dort, wo durch israelische Siedler oder die israelische Besatzungsarmee Menschenrechtsverletzungen passierten, zu beobachten. Wir machten es uns zur Methode, regelmäßig Menschenrechtsberichte über Verhaftungen, Hauszerstörungen und andere Gewaltanwendungen zu verfassen, die an Menschenrechtsorganisationen weitergeleitet wurden. Wir dokumentierten und unterstützten gewaltfreie Aktivitäten der Palästinenser gegen die Militärbesatzung des palästinensischen Landes und beteiligten uns an Friedenscamps im Widerstand gegen den Bau der Apartheidmauer. Zahlreiche Berichte, Fotos und Videos wurden aufgenommen und Präsentationen erstellt. Wir arbeiteten in Kooperation mit verschiedenen palästinensischen und israelischen NGOs, die sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen, in der Bemühung um kreative Zusammenarbeit. Eine Homepage wurde gewartet, die unsere Arbeit und unsere Berichte in einfacher Form und in verschiedenen Sprachen der Öffentlichkeit zugänglich macht. Da die Belagerung gegen die Palästinenser weitergeht und durch den Bau der Apartheidmauer vielen Dörfern Land und Wasserquellen entzogen werden, sind die Palästinenser in einer verzweifelten Lage und unsere Präsenz wird noch notweniger und geschätzter. Wir starten unser zweites Jahr mit mehr Erfahrung und weiterer Bindung an unsere Ziele. Die Aufgaben/Ziele von IWPS-PALÄSTINA
PersonalVon Februar bis Juli 2002 bewarben, interviewten und akzeptierten die Gründerinnen des Projektes aus vielen Bewerbungen 16 Teammitglieder aus 8 verschiedenen Ländern. Im Juli 2002 nahmen die 16 Frauen an einem zweiwöchigen Kurs in Norfolk/England teil, der vom "Scottish Centre for Nonviolence" und "Responding to Conflict" angeboten wurde. Am 6. August trafen die ersten zwei Teammitglieder (TM) in Hares ein, um das Haus für die nächsten zwei Frauen, die kurz darauf eintrafen, und zum Beginnen der Arbeit vorzubereiten. Während des Jahres leistete jedes Teammitglied (im Folgenden kurz TM genannt) etwa drei Monate Dienst vor Ort. Im Laufe des Jahres sind drei TM aus persönlichen oder gesundheitlichen Gründen ausgeschieden. In der Zwischenzeit wurden Volontärinnen angeworben, die die Arbeit der TM ergänzen. Die Volontärinnen, die für einige Monate erfolgreich in Hares mitarbeiteten und am zweiten Training im August 2003 in England teilnehmen konnten, wurden als TM ins Team aufgenommen. Um unser zweites Jahr (August 2003) vor Ort zu starten, haben wir derzeit 14 TM (4 aus den USA, 3 aus Kanada, 3 aus GB, und je eine aus Italien, Österreich, Schweiz und Südafrika), 6 Langzeitvolontärinnen aus Italien, Japan, den Niederlanden und GB und 29 Volontärinnen (10 aus GB, 10 aus den USA, je eine aus Australien, Bahrain, Belgien, Frankreich, Japan, Niederlande, Österreich, Polen und Tschechien). Ein Großteil unserer Arbeit erfordert, den israelischen Siedlern oder der Besatzungsarmee und deren Menschenrechtsverletzungen gegenüberzustehen, sowohl an ihre Menschlichkeit zu appellieren als auch daran, von Gewalt Abstand zu nehmen. Da wir bei den israelischen Behörden bekannter werden, wurden wiederholt Frauen unseres Teams festgenommen oder ihnen die Einreise nach Israel verweigert. Drei Teamfrauen wurde der Zugang zur Westbank von israelischen Behörden verweigert. (Eine davon wurde 4 Tage lang festgehalten und ihr während einer Bezirksgerichtverhandlung erklärt, sie sei ein Sicherheitsrisiko. Es wurde ihr keine Chance gegeben, Einspruch gegen die falsche Beschuldigung zu erheben), andere Teammitglieder wurden am Flughafen lange in Gewahrsam genommen, einer Kollegin deren Computer schwer beschädigt. Wir können trotz allem aber die Arbeit und die permanente Präsenz in Hares weiterführen, vor allem durch die wertvolle Hilfe unserer Volontärinnen. Im August 2003 fand ein Sommertreffen und das zweite Training in GB statt, wo TM und Langzeitvolontärinnen die Chance hatten, das erste Arbeitsjahr zu evaluieren, an Struktur und Richtlinien für das kommende Jahr zu arbeiten und in einem weiteren Kurs mehr Fachkenntnis zu erwerben. Bei diesem Treffen wurde entschieden, die Zahl der TM auf 20 zu erhöhen und erfolgreiche Volontärinnen als Langzeitvolontärinnen anzuwerben. Es wurde außerdem entschieden, mehr und gezielt Frauen aus der "Zweiten und Dritten" Welt zu werben und ihnen mit Stipendien die Mitarbeit als Volontärinnen und TM zu ermöglichen.
IWPS in PalästinaIWPS-Palästina hat seine Niederlassung in Hares, Salfit, in der nordwestlichen Westbank. Es ist eine wunderschöne Olivenregion, eine der fruchtbarsten Gegenden in ganz Palästina und hat folglich die höchste Konzentration an illegalen israelischen Siedlungen. Die 22 palästinensischen Dörfer in Salfit sind nun von 45 Siedlungen umzingelt - 17 davon sind faktisch Kolonien mit insgesamt 28 Vorposten. Ariel, eine nur 3 Kilometer östlich von Hares entfernte Siedlung, ist bereits eine Stadt mit 20.000 Einwohnern, einer Universität, Hotel und Einkaufszentrum. Die Siedlung Barqan, 2 Kilometer westlich von Hares, ist ein Industriepark mit 80 Fabriken, die sich teilweise dort niedergelassen haben, weil sie innerhalb Israels Umweltbestimmungen unterworfen wären, die sie in der Westbank ignorieren können. Vieles - von Wein bis zu Computerzubehör - wird in Barqan hergestellt. Die Siedlungen sind miteinander und mit Israel durch ein Netz von Umgehungsstraßen, in Palästina als "Siedlerstraßen" bekannt, verbunden. Diese Straßen, die sich permanent ausweiten, ziehen sich durch palästinensisches Land, das vom Militär im Namen der "Sicherheit" von den Dörfern enteignet wurde. Einmal fertiggestellt, dürfen dort normalerweise keine palästinensischen Autos fahren, und Palästinenser, die auch nur darauf gehen, werden manchmal verhaftet. Seit Beginn der zweiten Intifada im September 2000 wurden so gut wie alle Dorfeinfahrten mit Straßensperren aus Erdhaufen, Steinen, Fels- und Zementblocks verbarrikadiert. Die Militärcheckpoints haben sich vervielfacht. Die Dörfer werden mehr und mehr voneinander und den Städten Nablus, Ramallah, und Salfit abgeschnitten, damit auch von den Hauptzentren für Arbeit, Bildung, medizinische Versorgung und Einkaufen in der Region. Beobachtung und Dokumentation von MenschenrechtsverletzungenIWPS-Palästina hat auf über 100 Anfragen reagiert, um Menschenrechtsverletzungen zu untersuchen und zu dokumentieren. Darunter waren Berichte über Hauszerstörungen, Verhaftungen, Besetzung von Wohnhäusern durch Militär, Militärinvasionen in Dörfern, Schießereien sowie über das Schlagen und Töten von Palästinensern durch Siedler und israelische Soldaten. IWPS wurde oft selbst Augenzeuge von Menschenrechtsverletzungen. Die Informationen wurden sorgfältig dokumentiert und an Menschrechtsorganisationen in Israel und Palästina weitergeleitet. Diese Organisationen verwendeten manchmal diese Berichte und baten um mehr Informationen oder Weiterverfolgung mancher Fälle. Im Laufe des Jahres haben wir 73 Menschenrechtsberichte ausgesandt. Siehe Anhang 1 und 2 für weitere Informationen. IWPS-Palästina half, über zwei Duzend Männer in Gefängnissen zu lokalisieren, die von der israelischen Besatzungsmacht (Militär, Polizei, Grenzpolizei) festgenommen wurden, begleitete Familien, um Kleider zu Gefangenen zu bringen, verhandelte mehrmals für verhaftete Kinder und Jugendliche, damit den Eltern das Besuchsrecht gewährt wurde, und vernetzte die Einheimischen mit diversen lokalen Organisationen, die freien Rechtsservice anbieten. BewegungsfreiheitIWPS-Palästina war regelmäßig als Beobachtungsgruppe am Checkpoint Huwara an der Hauptstraße nach und von Nablus, und am Checkpoint Zatara, der Hauptkreuzungspunkt ist für Leute, die von Nord nach Süd und von West nach Ost reisen. Checkpoints sind Orte der Demütigung und Belästigung und sehr oft auch Orte von Gewalt und groben Menschenrechtsverletzungen. Das Verhalten der Soldaten wird beobachtet, und IWPS-TM und Volontärinnen sprechen mit den wartenden Läuten über verschiedene Aspekte ihres Lebens. Diese Arbeit wird in Zusammenarbeit mit der israelischen Frauenorganisation "Machsom Watch" durchgeführt. Arbeit in DörfernIWPS-Palästina wurde in viele andere Dörfer außer Hares gerufen, um Schutz zu gewährleisten. Im Herbst 2002 waren die Dorfbewohner von Yasouf mit Olivendiebstahl konfrontiert und wurden durch bewaffnete und gewalttätige Siedler aus Tapuach am Zugang zu ihrem Land gehindert. IWPS Palästina sorgte über einen Monat für internationale Präsenz und unterstützte das Dorf in einigen größeren erfolgreichen gewaltfreien Aktion im Widerstand gegen Einschüchterungen. Auch das Dorf Yanoun erfährt solch gewaltsame Einschüchterung durch Siedler. Diese haben einen palästinensischen Bauern getötet und einige schwer verletzt, den Stromgenerator des Dorfes zerstört und die Dorfquelle verschmutzt. Zahlreiche Ereignisse dieser Art, trieben das ganze Dorf im September 2002 zur Flucht. IWPS Palästina half zusammen mit israelischen und internationalen Friedensgruppen eine permanente internationale Präsenz zu gewährleisten und den verängstigten Dorfbewohnern die Rückkehr in ihre Häuser wieder zu ermöglichen. Schutz wurde im Sommer 2003 auch Qarawat Bani Zeid geboten, einem Dorf, das ständig von Militär heimgesucht wird und das von zahlreichen Schießereien und auch von der Ermordung einiger Dorfbewohner betroffen war. Viele andere Dörfer suchten nach Hilfe und erhielten Unterstützung, darunter auch Sawiye, wo Siedler die Wasserleitungen blockiert hatten und die Quelle für sich aneignen wollten, und Mas'ha - wo die Apartheidmauer gebaut wird und IWPS-Palästina sich bei der Gründung eines Friedenscamps mitbeteiligte (mehr Details siehe unten). Kampagne Olivenernte 2002Im Jahr 2002 wurden die palästinensischen Bauern mit einem Desaster konfrontiert Die totale militärische Wiederbesetzung der Westbank bedeutete Checkpoints, Straßensperren, militärische Sperrgebiete, Ausgangssperren und zunehmende Zerstörung weiter Flächen bebauten Landes aus "Sicherheitsgründen". Die Siedlergewalt hatte stark zugenommen und die Ereignisse reichten von Diebstahl der Oliven und landwirtschaftlicher Geräte bis zum Verbrennen und Vergiften der Bäume. IWPS arbeitete mit einigen palästinensischen, israelischen und internationalen Friedensgruppen zusammen, um die Bauern zu unterstützen und jene Bauern zu begleiten, die sich auf ihr Land wagten, dies zu dokumentieren und ihre Notlage publik zu machen. Zwei Gründe sprechen für den dringenden und überlebenswichtigen Zugang zum eigenen Feld. Einerseits ist die Olivenernte in der sich ständig verschlechternden Wirtschaft die grundlegende Einkommensquelle und Nahrung, andererseits ist es genauso wichtig für die Bauern, in zwei Jahren wieder auf ihr Land zu gelangen, das permanent von Enteignung bedroht ist. Unter israelischem Gesetz (in Verwendung eines alten Ottomanischen Gesetzes zu ihrem Vorteil) kann jedes palästinensische Land, das für drei Jahre nicht bewirtschaftet wird, konfisziert werden, was auch sehr oft passiert. Nach Internationalem Recht ist dies illegal! Im August 2002 wurden IWPS-Volontärinnen geworben, sich an der 'Olive Harvest Campaign' (im Folgenden kurz OHC genannt) zu beteiligen. Durch die örtliche Lage von IWPS und die bereits entstandenen Kontakte wurde IWPS gleichzeitig regionaler Koordinator für Volontäre des ISM-Ernteprogramms.[1] Im Einklang mit ihrem Mandat, hat IWPS mit lokalen palästinensischen Organisationen zusammengearbeitet und eine Koordinationsgruppe eingerichtet, die verantwortlich war, jenen Bauern Unterstützung anzubieten, die am meisten in Gefahr waren, und gleichzeitig die Verteilung der Volontäre in den jeweiligen Gebieten zu organisieren. Volontäre wurden in Familien untergebracht. Jeder Volontär leistete einen Beitrag von $10,-- pro Nacht, von dem $7,70 an die jeweilige Familie gegeben wurde, um die angefallenen Kosten zu decken. Die Mitglieder des Koordinationsgremiums waren Repräsentanten der Palestinian Peasant's Union, der Palestinian Police Force, des District Coordinating Liaison und des palästinensischem Landwirtschaftsministeriums. Während der Kampagne wurde klar, dass diese Organisationen fast ausschließlich an die Fatahpartei gebunden sind und dass in Folge daraus, meist nur Kontakt zu den der Partei angehörenden Dorfbewohnern bestand. In der Bemühung dies zu korrigieren hat IWPS/ISM den Fokus von der Begleitung individueller Bauern auf Gefahrengebiete verschoben und zum Beispiel die Felder entlang einer Siedlung oder einer Umgehungsstraße abgedeckt. Viele der internationalen Volontärinnen haben zahlreiche Berichte geschrieben und Interviews gegeben; darunter den Zeitungen LA Times, Ha'aretz, Die Standard - online, Publik Forum; Fernsehsendern wie CBC, Israel Channel 2, Al Jazera und die Radiosender NPR, Pacifica und CNN. Israelische Medien zeigten ein großes Interesse, da viele israelische Volontäre teilnahmen. Als Folge eines extremen Vorfalles von Siedlergewalt im Dorf Yasouf, schaffte es die OHC beim israelischen Besatzungsmilitär, die Versicherung zum Schutz der Bauern durchsetzen, indem auf deren (IDF's) Rolle hingewiesen wurde, alle Zivilisten gleichberechtigt zu schützen. Obwohl dies faktisch die Erklärung des Palästinensischen "Rechtes auf Eigentum und Zugang dazu" in Kraft setzt, werden die Bauern oft mit anderen Auslegungen gezwungen, das Gebiet "zu ihrer eigenen Sicherheit vor den Siedlern" zu verlassen. Insgesamt hat die OHC für 38 Tage in 10 Dörfern des Bezirkes Salfit gearbeitet und zwar mit 29 "eigenen" Volontären und 120 weiteren internationalen, palästinensischen und israelischen Helfern anderer Organisationen. Eine anschließende Befragung von 40 Bauern und Rückmeldungstreffen der Koordinationsgruppe haben gezeigt, dass die OHC im gesamten erfolgreich dazu führte, Bauern den Zugang zu ihrem Land zu verbessern, die Bauern auf die Anwesenheit von IWPS, ISM und anderer Organisationen aufmerksam zu machen und deren Bindung für einen gewaltfreien Einsatz für Gerechtigkeit und Freiheit. Kritikpunkte und Verbesserungs-vorschläge des OHC-Prozesses wurden ordnungsgemäß festgehalten und ins Evaluationsverfahren aufgenommen, um sich für die Kampagne im nächsten Jahr gut vorzubereiten. Der Gesamte "Olivenerntebericht" ist in Englisch verfügbar und bald auch in Arabisch. Kampagne ApartheidmauerDer Bau der Apartheidmauer - die Israel beschönigend Sicherheitszaun nennt - begann im Juni 2002. Wenn die Mauer fertiggestellt wird, wird sie im westlichen Teil 360 Kilometer lang sein und eine Gesamtlänge von 700 Kilometern erreichen. Die israelische Regierung erklärt, die Mauer werde aus "Sicherheitsgründen" gebaut. Man muss allerdings nur sehen wo und wie die Apartheidmauer gebaut wird, um den wahren Hintergrund zu verstehen - mehr Land und Wasserressourcen der Westbank zu nehmen, Gemeinschaften zu zerstören, indem man sie von fruchtbarem Ackerland, Handelszentren, Bildung, Gesundheitswesen und Arbeit abtrennt und illegale Siedlungen nach Israel annektiert. Die Apartheidmauer wird zur weiterer Gettoisierung der Westbank führen und die Möglichkeit eines lebensfähigen Staates Palästina unmöglich machen. Schon im September 2002, einige Wochen nachdem sich IWPS gerade in Hares niedergelasssen hatte, wurden wir in die Dokumentation, Berichterstattung und Zusammenarbeit mit den örtlichen Gemeinschaften und palästinensischen, israelischen und internationalen Aktivisten gegen den Mauerbau involviert. Eine offizielle Kampagne unter der Schirmherrschaft von PENGON (Palestinian Environmental NGO Network) wurde im Oktober 2002 gestartet. IWPS nahm an der Kampagne teil und unterhielt weiter ihre Bemühungen zur Unterstützung der örtlichen Aktivitäten, initiiert von Städten und Dörfern wie Falamia, Jayous und Qalqilya. Einige der Gemeinden, die durch die erste Phase des Mauerbaus verwüstet wurden. Die Ankündigung der zweiten Bauphase der Apartheidmauer durch Ariel Sharon erfolgte im März 2003. Dieser weitere Verlauf soll tief in die nordwestliche Westbank schneiden und mehrere illegale Siedlungen einverleiben. Einige dieser Siedlungen liegen in der Nähe von Hares, wie zum Beispiel Revava, Imanuel, Qedumim und Ariel. Dann soll die Mauer Richtung Süden verlängert werden, Bethlehem und Hebron umrunden. Der neueste Vorschlag ist ein östlicher Teil der Mauer entlang des Jordantales. Die ganze Westbank wäre dann eingemauert und mehrmals durchtrennt. Nach einer Demonstration gegen die Landzerstörung im Nachbardorf Mas'ha, das 98% seines Landes an die Mauer verliert, traf sich IWPS mit den einheimischen Bauern, Politikern und palästinensischen, israelischen und internationalen Aktivisten, um nach Möglichkeiten zu suchen, den gewaltfreien Widerstand gegeuszuweiten und zu verstärken. In einem Vorschlag, der zur Diskussion vorgelegt wurde, äußert IWPS, dass die Anti-Apartheidmauer-Kampagne zwar die Dörfer und Gemeinden in ihrem Widerstand gegen die Mauer und seine Auswirkungen gut unterstützt, allerdings diese Abwehr nicht genug im Kontext mit der Besatzung kommuniziert und das eigentliche Ziel des Mauerbaus nicht effizient an die Welt weitervermittelt wird. Um dem nachzukommen, schlug IWPS vor, dass die Kampagne die Arbeit vor Ort stützt, sich nicht auf ein Gebiet fixiert, mehr Hauptmedien und alternative Medien involviert, die notwendigen Verbindungen zu Anti-Kriegs-, Umwelt- und Anti-Globalisierungsnetzwerken herstellt und sich auf Humanitäres und Internationales Gesetz stützt. Um einige dieser Ziele zu realisieren, haben Bauern und ihre Familien, örtliche Politiker, palästinensische, israelische und internationale Aktivisten am 5. April 2003 in einem Olivehain von Mas'ha ein Friedenscamp errichtet Trotz Belästigungen und Drohungen durch die Bauunternehmer und Bauarbeiter der Apartheidmauer und der Sorge um die Auflösung des Camps durch das israelische Militär, konnte das Friedenscamp weiter bestehen. Es wurde zum Treff- und Organisationszentrum für tausende Menschen - Palästinensern aus anderen Städten und Dörfern, Politiker und internationale Repräsentanten, lokale und internationale Journalisten sowie palästinensische, israelische und internationale Friedensaktivisten, die enge Verbindungen schafften. Das Mas'ha Camp wurde der Mittelpunkt für viele Anti-Apartheidmauer-Aktivitäten, wie zum Beispiel:
IWPS, israelische und internationale Frauenorganisationen begannen auch, sich mit dem Frauenclub von Mas'ha und anderen Dörfern wie Kufr Thulit und Habla zu treffen, um über Projekte wie Bäckereien zur Erleichterung der wirtschaftlichen Notlage durch die Mauer zu sprechen und den Frauen weiterzuhelfen. Noch viel Arbeit steht bevor. Vor Januar 2004 will IWPS mit besonderem Einsatz gegen die zweite Bauphase der Mauer arbeiten, da unser Dorf und die Nachbardörfer Kifl Hares, Deir Istia, Marda und Qira stark beeinträchtig werden. Das Land unserer Hausfamilie, ihr Heim und somit auch die Wohnung des "Frauen-Friedens-Hauses" wird womöglich zerstört werden, da die Mauer um uns herum gebaut werden soll. Aber nicht ohne Auflehnung! IWPS wird weiterhin gegen die Apartheidmauer ankämpfen und neue Wege finden, der Welt mitzuteilen, was die Mauer für das palästinensische Volk bedeutet. Eine Dokumentation über die Mauer ist im Entstehen, und wir planen mit PENGON ein Foto- und Videoarchiv herzustellen. In welcher Form auch immer, wir werden weiter daran arbeiten, aus der Kampagne gegen die Apartheidmauer einen wichtigen Teil unseres Bestrebens für einen gerechten Frieden und ein Ende der Besatzung in Hares, dem Rest der Westbank und in Gaza. Vernetzung und Unterstützung von palästinensischen und israelischen NGOsMit folgenden Organisationen sind wir in Verbindung: Addameer, Al Haq, AI Middle East, B'tselem, Hamoked, International Committee of the Red Cross, Jerusalem Center for Human Rights, Law Society, Mandela, Palestinian Human Rights Monitoring Group, Public Committee Against Torture in Israel, Rabbis for Human Rights. Wir schicken ihnen Menschenrechtsberichte wenn sie relevant sind und kontaktierten sie für Informationen über Gefangene oder andere Belange. Wir arbeiten mit Gruppen aus Palästina und Israel zusammen, die gewaltfrei versuchen, Gewalt in Israel/Palästina zu mindern, die von der illegalen Militär- und Siederbesatzung in der Westbank verursacht wird. Unter diesen Organisationen sind Bat Shalom, Gush Shalom, International Solidarity Movement, Pengon, Rabbis for Human Rights and Ta'ayush.Publikationen und andere Mittel:IWPS-Palästina veröffentlichte eine ganze Reihe von Informationen, einschließlich laufende IWPS-Berichte (durchschnittlich 3 pro Monat) und Menschenrechtsberichte (durchschnittlich 2 Verhaftungsberichte und 3 Ereignisberichte pro Monat). Diese Berichte werden auf unserer Homepage veröffentlicht und eine Auswahl an IWPS Unterstützer gesandt, die sich auf unserer Liste per E-Mail eingeschrieben haben
Englische Berichte: iwps-pal-reports-subscribe@lists.riseup.net. Verschiedene Audio-visuelle Mittel wurden der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt: In Deutsch und Englisch:
In Englisch:
IWPS-Palästina hat eine Homepage: www.iwps.info, auf der Berichte, Fotos und Landkarten archiviert werden und für die Öffentlichkeit frei zugänglich sind. Viele der Dokumente sind ins Arabische, Deutsche, Französische, Hebräische, Italienische und Japanische übersetzt Geldmittel und JahresabrechnungWir befinden uns in einer ziemlich vernünftigen finanziellen Position und haben genug Mittel, um etwa die nächsten sieben Monate Arbeit abzudecken. Wir bemühen uns darum, mindestens weitere 17 Monate Projektarbeit finanziell sicherzustellen, um uns dann auf Langzeitdeckung zu konzentrieren, denn es sieht ganz danach aus, dass das Projekt über die ursprünglich geplanten drei Jahre hinausreichen wird. Im Anhang befindet sich unser neu gegliedertes Budget (Anhang 3) und die Jahresabrechnung (Anhang 3)
Einkommen aus den folgenden Quellen bis dato:
Basierend auf den monatlichen Durchschnittsausgaben und in Rücksicht auf die zusätzlichen Forderungen des neuen Budgets hat IWPS-Palästina noch ausreichend Mittel für die nächsten 7 Monate. Weitere finanzielle Unterstützungen sind aber sehr willkommen. Anhang 1 : Erläuterungen zu den verschiedenen Berichte, von IWPS herausgegeben
Anhang 2 - Übersicht der Berichte im Jahr August 2002 - August 2003IWPS Berichte (House Reports):
Auflistung von 40 geschriebenen und 26 (an die englische Liste) ausgesendeten Berichten
Nachfolgend die komplette Liste der IWPS Berichte. Alle Berichte sind auf unserer Homepage veröffentlicht. In Klammer sind die deutschen Titel, wenn übersetzt. Die Berichte mit dem Sternchen wurden an die Englische Datenbank gesendet. AugustRep.1. *Children of the Intifada (Kinder der Intifada) Rep.2. *The Craziness of the Occupation (Die Verrücktheit der Besatzung) Rep.3. *The Return of the Red Cross - The Village Engages in Nonviolent Resistance (Die Rückkehr des Roten Kreuzes) Rep.4. Keeping them Down (Sie unterdrückt halten) Rep.5. *Excerpts from an Interview with Issa Samander, President of the Land Defence Committees, Ramallah Rep.6. Ta'yush Tries to Break the Siege (Ta'yush versucht die Belagerung aufzuheben) Rep.7. Who is terrorizing Who? (Wer terrorisiert wen?) SeptemberRep.8. *The Consequences of Being Wanted Rep.9. *Land and Water Theft in Falame and Jayus Rep.10. Collecting the Fruits of the Land (Sammeln der Früchte des Landes) Rep.11. Palestinian Prayer for Justice (Palästinensisches Gebet für Gerechtigkeit) Rep.12. The Right to Education Rep.13. Oiling the Wounds Rep.14. Death and Life under the Israeli Occupation Rep.15. *Meanwhile ? other news (Währenddessen ? andere Nachrichten) OktoberRep.16. *Whose Rights, whose Olives? More on Settler Violence from Salfit (Wessen Rechte, wessen Oliven) Rep.17. *Bombed out! For what Reason (Ausgebombt! Aus welchem Grund?) Rep.18. *Today you?..Won! (Heute ... habt ihr gewonnen) Rep. 19. *The Future of Yanun (Die Zukunft von Yanoun) NovemberRep.20. A Thief Locks his Door Rep.21. Jayous Resists, But is it too Late? Rep.22. *No Way Out (Kein Weg führt hinaus) Rep.23. Did you say Apartheid? (Sagten Sie Apartheid?) Rep.24. Kibbutz Metzer and the Effect of the Proposed Israeli ?Security Fence' Rep.25. *They Cannot Wipe Us Out (Sie können uns nicht ausrotten) DezemberRep.26. Eid in Salfit JanuarRep.27. *No Witnesses FebruarRep.28. *A War Against Children Rep.29. No Army can beat a Popular Uprising (Keine Armee kann einen Volksaufstand schlagen) AprilRep. Between 29 and 30. *Stop the Apartheid Wall (Stoppt die Apartheidmauer) Rep.30. *Poisoning relations - the experience of one village surrounded by illegal settlements (Vergiftende Beziehungen) Rep.31. *A New Occupation in Kufr Sur (Eine neue Besatzung in Kufr Sur) Rep.32. *One month of 24 hour non-violent resistance to Apartheid Wall! (Ein Monat 24h gewaltfreier Widerstand gegen die Apartheidmauer) JuniRep.33. *Beyond the Wall (Jenseits der Mauer) Rep.34. *Latest land theft is killing us slowly - Report on Deir Ballut and Marda Villages (Der letzte Raub unseres Landes bringt uns langsam um - Bericht über Deir Ballut und Marda) JuliRep.35. *Checkpoints in the West Bank: Lawlessness and Arbitrary Rule (Checkpoints in der Westbank) Rep.36. *The Village of Zawiya (Das Dorf Zawiya) Rep.37. *No Arabs, No Terror (Keine Araber, kein Terror) Rep.38. *Roadblocks, Checkpoints and Parallel Universes (Straßensperren, Checkpoints und parallele Welten) Rep.39. *The Name of Security - the Plight of the Palestinian Political Prisoners Arrest Reports (Verhaftungsberichte - nur in Englisch)Gesamtzahl 26 (monatlicher Durchschnitt beträgt 2.1)
Alle Arrest Reports wurden an folgende Menschenrechtsorganisationen gesandt: Addameer, AIC, AI Middle East, Al Haq, B'tselem, CIHRE, Hamoked, Jerusalem Center for Human Rights, Law Society, Mandela, PHRMG, Rabbis for Human Rights. Alle Arrest Reports haben geänderte Namen und sind auf unserer Homepage nachzulesen. Ein Arrest Report über die Festnahme von zwei Teammitgliedern und einer Volontärin (Claire, Mariam and Joan) im September '02 und der Bericht über die Festnahme, Verhaftung und Einreiseverweigerung eines weiteren Teammitglieds (Angie) im Januar ?03 wurde mit der Bitte um dringende Aktion an die englische und deutsche Datenbank gesendet. Incident Reports (Ereignisberichte - nur in Englisch)Insgesamt 47 (monatlicher Durchschnitt 3.9)
Alle Incident Reports wurden an folgende Menschenrechtsorganisationen gesandt:- Addameer, AI Middle East, AIC, Al Haq, B'tselem, CIHRE, Hamoked, Jerusalem Center for Human Rights, Law Society, Mandela , PHRMG, Rabbis for Human Rights. Alle Incident Reports haben geänderte Namen und sind auf unserer Homepage nachzulesen. Manche wurde an die englische "Berichte Datenbank? ausgesandt, wie zum Beispiel der Incident Report Nr. 47. Es scheinen auf der Homepage folgende Nummern zu fehlen. Berichte Nr. 12, 18, 19, 22, 28, und 43. Gesamtliste von Aussendungen an die deutsche und englische Datenbank
Total Deutsche Datenbank =22 (monatlicher Durchschnitt 1,8) August 2002Deutsche Datenbank - 1 Aussendung
September 2002Deutsche Datenbank - 3 Aussendungen
Oktober 2002Deutsche Datenbank - 2 Aussendungen
November 2002Deutsche Datenbank - keine AussendungenEnglische Datenbank - 3 Aussendungen
Dezember 2003Deutsche Datenbank - 2 Aussendungen
Januar 2003Deutsche Datenbank - 2 Aussendungen
Februar 2003Deutsche Datenbank - keine AussendungenEnglische Datenbank - 2 Aussendungen
März 2003Deutsche Datenbank - 2 Aussendungen
April '2003Deutsche Datenbank - 3 Aussendungen ?
Mai 2003Deutsche Datenbank - 3 Aussendungen
Juni '2003Deutsche Datenbank - 2 Aussendungen ?
Juli 2003Deutsche Datenbank - 2 Aussendungen
Anhang 3 IWPS-Palästina Budget
Anhang 4IWPS-Palästina Abrechnung 1. Jahr im Vergleich mit Ursprungsbudget
IWPS-Palestine Einkünfte von Februar 2002 bis Juli 2003
IWPS-Palästina Kontostand zum Ende des Berichtsjahres 31. Juli 2003
Gesamteinkommen bis dato: £93,140
Derzeitiges Nettovermögen beläuft sich auf: £45,253
IWPS hat seine begrenzten Ressourcen sorgfältig eingesetzt und verwaltet, um die Kontinuität von IWPS sicher zu stellen und hat das Originalbudget nicht ausgeschöpft. Dennoch ist es klar, dass die Aufwendungen aufgrund mehrerer Faktoren in den nächsten Jahren steigen werden:
Basierend auf den monatlichen Durchschnittsausgaben kann IWPS auf dem neuen Budget-Level weitere 7 Monate finanzieren und sucht noch die erforderlichen Mittel für die restlichen 17 Monate. |
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